Generalstreik: Nigeria steht still

Ölquelle © Jim Parkin - Fotolia.com

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Aufgrund stark gestiegener Benzinpreise ist im Öl-Land Nigeria ein Generalstreik ausgebrochen. 10.000 Menschen demonstrierten allein in Lagos dafür, die Subventionen für Benzin wieder einzuführen, die abgeschafft wurden. Bei den Protesten am Montag sind Sicherheitskräfte und Demonstranten aneinander geraten, 3 Menschen sollen dabei ums Leben gekommen sein. Doch der Streik richtet sich nicht nur gegen die hohen Benzinpreise, sondern auch gegen die als unfähig empfundene Regierung.

Am Montag  waren auf Lagos viel befahrenen Straßen nicht wie sonst Autos zu sehen, sondern tausende Demonstranten. Die ganze Stadt war lahmgelegt, Geschäfte, Behörden, Schulen und sogar Tankstellen blieben geschlossen. Auf dem Markt befanden sich zwar wie üblich die Händler, aber sie verkauften nichts, so Adobi aus Abuja, die ebenfalls streikt und den Widerstand der Händler gut findet. Leider waren die Demonstrationen nicht überall so friedlich, so steckten Demonstranten in Kano Reifen in Brand und versuchten das Haus des Zentralbankchefs anzuzünden. Die Polizei reagierte mit Tränengas und verhängte eine Ausgangssperre bis zum Morgen.

Grund für die Proteste sind die Benzinpreise, die von 65 auf 140 Naira angestiegen sind, das sind umgerechnet 68 Eurocent. Sehr viel für einen durchschnittlichen Nigerianer, der mit 1,50 Euro pro Tag leben muss. Präsident Goodluck Jonathan strich die Subventionen, um 8 Milliarden Dollar zu sparen und damit die marode Infrastruktur des Landes zu stärken, doch viele Menschen befürchten, dass das Geld in den Taschen korrupter Politiker wandern wird. Nigeria könnte aufgrund seiner Ölvorkommen ein reiches Land sein, doch der Reichtum ist zu ungerecht verteilt. Die Regierung verteidigt sich damit, dass durch die Ölsubventionen Korruption begünstigt wurde und das die Regierung nun dagegen kämpfen will. Doch die Nigerianer glauben nicht mehr an die Regierung und ihren Präsidenten Goodluck Jonathan, dessen größtes Problem gerade die Spannungen zwischen Moslems und Christen im Norden des Lndes ist, bei dem schon 80 Menschen durch Anschläge radikaler Moslems ums Leben gekommen sind. Eine gute Seite haben die Demonstrationen immerhin schon – während Moslems beteten, passten Christen auf, dass ihnen nichts passiert.

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