Ohne Rücksicht auf die Urlauber versucht die Gewerkschaft der Fluglotsen in diesen Tagen einen neuen Tarif und bessere Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter der Flugsicherung durchzusetzen.
Prinzipiell kann man gegen die Streiks nichts sagen,da es zum Recht der unzufriedenen Mitarbeiter gehört. Jedoch fragt man sich,warum die Tarifparteien gerade in der Haupturlaubszeit so mit den Reisenden spielen, um ihr Interessen durchzusetzen. Dies grenzt fast an einen Missbrauch des Streikrechts.
Am vorigen Mittwoch erst blies die Gewerkschaft kurzfristig die geplante Arbeitsniederlegung ab, nachdem das Arbeitsgericht in Frankfurt den Streik untersagte. Am Montag dann konnte die Arbeitnehmerseite sich durchsetzen, nachdem der Arbeitgeber in letzter Minute noch eine Schlichtung einberief. Dies hätte viel früher geschehen sollen, um sowohl den Airlines,als auch den Urlaubern den Stress und die Angst zu nehmen.
Da weder die Flugsicherung, noch die Gewerkschaft es zu einer Einigung gebracht haben, muss nun der Arbeitsrechtler Volker Rieble
schlichten. Der Münchener Rechtsprofessor ist zwar ein angesehener Jurist, doch ein Experiment in Sachen Schlichtung. Denn Erfahrungen in der Tarifpolitik zeigen, dass vor allem Menschen aus dem Politikbetrieb das nötige Feingefühl zur Schlichtung mitbringen und einen Interessenausgleich erzielen.
Nachdem die Fluglotsen aufgrund der gescheiterten Verhandlungen der letzten Tage immer noch auf Kampfkurs stehen, können wir nur hoffen,dass die Schlichtung einen Erfolg bringt. Ansonsten kann die Gewerkschaft im September erneut einen Streik ausrufen.

Flugverkehr bedroht? von Eva Freude/Flickr.com
