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Das Streitthema NPD-Verbot

Written by Tim in Politik Aktuell
Das Streitthema NPD-Verbot

NPD-Aufmarsch © Sven Grundmann - Fotolia.com

NPD-Aufmarsch © Sven Grundmann - Fotolia.com

Ein Verbot der umstrittenen Nationaldemokratischen Partei Deutschlands (NPD) wird schon lange von mehreren Seiten gefordert. Nach der Verhaftung des ehemaligen hochrangigen NPD-Funktionärs Ralf Wohlleben sehen viele Politiker einem erfolgreichem Verbotsverfahren entgegen. Wohlleben wird verdächtigt, die Neonazi-Terrorzelle aus Zwickau unterstützt zu haben. Diese soll nach ersten Ermittlungen für eine Mordserie an zehn Menschen verantwortlich sein. Mit der Festnahme könnte eine direkte Verbindung zwischen der NPD und gewalttätigen Rechtsradikalen nachgewiesen werden. 

Holger Stahlknecht, Innenminister von Sachsen-Anhalt (CDU), hält ein Verbot für “unumgänglich” und auch Wolfgang Bosbach, Innenexperte der CDU, ist dieser Meinung: “Nach den Diskussionen der vergangenen Tage kann der Staat es sich kaum noch leisten, auf einen entsprechenden Antrag beim Bundesverfassungsgericht zu verzichten.”

Viele Politiker und Fachleute sind aber auch vorsichtiger geworden. Bundesinnenminister Hans Peter Friedrich (CDU) fasst die Stimmung zusammen: “Das Gegenteil von gut gemacht ist gut gemeint.” Damit lehnt er – wie viele andere – ein vorschnelles NPD-Verbotsverfahren ab. Hans-Jürgen Papier, ehemaliger Präsident des Bundesverfassungsgerichts, erklärt: “Es muss einwandfrei bewiesen sein, dass die NPD als Ganzes verfassungswidrig ist. Erst dann kann über ein neues Verfahren entschieden werden.” Es reiche nicht aus, wenn – wie im Fall Wohlleben – ein einzelnes Mitglied der NPD gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung verstoßen haben könnte. Manche machen aber auch mehr Druck. Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) meint, dass eine Dokumentation aus dem Jahr 2008 ausreiche, um die Partei zu verbieten.

Experten sind sich nicht einig, ob ein Verbot der Partei sinnvoll wäre. Extremismus-Fachmann Hajo Funke hält die Gefahr, dass die NPD in anderen Organisationen aufgehen könnte, für begrenzt. Sein Kollege Eckhard Jesse argumentiert dagegen, dass die rechtsextreme Gesinnung mit einem Verbot der NPD nicht verschwinden würde. Eher würden sich dann neue Organisationen formieren, viele ehemalige Mitglieder würden im schlimmsten Falle untertauchen und radikalisieren. 

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Die deutsche Wirtschaft schwächelt

Written by Tim in Finanzkrise, Politik Aktuell
Die deutsche Wirtschaft schwächelt

Das Expansionstempo in der Wirtschaft hat sich im zweiten Quartal nun vermindert. Das zeigt sich vor allem in der Industrie. Der Aufschwung wird laut Finanzministerium wieder deutlich langsamer und die anfängliche Euphorie nimmt ab.

Die Frühindikatoren zeigen, dass auch im Laufe des Jahres mit einem Wachstumspfad zu rechnen ist, der eher eintönig bleibt und deckt sich mit Prognosen von Banken-Volkswirten. Für das zweite Quartal wurde so ein Wirtschaftswachstum von 0,5 Prozent angekündigt.

Die Bauwirtschaft hatte die Ende des letzten Jahres durch Schnee und Frost liegen gebliebenen Arbeiten nachzuholen, was schneller als erwartet durchgeführt werden konnte. Deshalb war noch zu Beginn des Jahres das Wachstum dreimal so hoch. Bis Ende 2010 soll sich das Quartalswachstum Experten zufolge zwischen 0,4 und 0,6 Prozent bewegen.

Ebenfalls eher bergab gehend, sehen Unternehmer die Lage. Das zeigt der auf 112,9 Punkte gesunkene ifo-Index, der auf Einschätzungen von 7000 Unternehmen beruht. Im Juni betrug dieser Wert noch 114,5 Punkte. Ökonomen jedoch, hatten nicht mit einem solch starken Rückgang gerechnet.

Ifo-Chef Werner Sinn sieht die Lage dennoch nicht als schwache Phase der Wirtschaft und spricht weiter von einem Sommerhoch.

Doch vertraut man auf Finanzexperten sehen die Konjunkturaussichten so schlecht aus wie seit zwei Jahren nicht mehr. Das ZEW-Konjunkturbarometer des Mannheimer Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung, fiel ebenfalls von -9,0 auf -15,1 Punkte.

Gründe dafür seien die derzeitigen Schuldenkrisen. Zukünftig besteht die Frage, wie lange die Konjunktur noch ihre derzeitige Form erhalten können wird.

Euro / Davide "Dodo" Oliva

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Die EU und der Atommüll

Written by Tim in Politik Aktuell
Die EU und der Atommüll

Wohin mit dem Atommüll? Für die Frage fordert die EU nun schneller eine Antwort. Bis 2015 sollen alle 14 EU-Länder, in denen Kraftwerke betrieben werden, mit konkreten Plänen für die Endlagerung des Atommülls aufwarten. Dafür wurde von den EU-Ministern nun eine Richtlinie beschlossen.

Wer die Pläne nicht rechtzeitig auf den Tisch legt, gegen den kann rechtlich vorgegangen werden. Sind entsprechende Endlager vorhanden, kann der Atommüll auch außerhalb der EU, wie zum Beispiel in Russland, entsorgt werden, was für harsche Kritik sorgt. SPD und Grüne sprachen dabei von Atommülltourismus.

Die Bundesregierung will nun bis Ende des Jahres ein Gesetz zur Endlagersuche vorlegen. Im Zusammenhang damit, können abgesehen von der Erkundung Gorlebens, auch andere geologischen Prüfungen vorgenommen werden. Mögliche Gebiete zur Endlagerung finden sich im Norden und Osten, wo viele Salzstöcke auftreten, aber auch Süddeutschland mit seinem Tonvorkommen käme in Frage.

Günther Oettinger, EU-Energiekommissar arbeitete den EU-Vorschlag aus und benennt Zeithorizont, Standortauswahl, Planung, Bau und Inbetriebnahme als wichtig. Die Kosten sollen dabei von den Verursachern getragen werden.

14 Staaten betreiben zusammen insgesamt 140 Kernkraftwerke, wobei jährlich 7000 Kubikmeter von hochradioaktivem Abfall an. Der wird meist in Zwischenlagern untergebracht, da es in der EU bisher noch keine Endlager gibt. Frankreich, Schweden und Finnland nehmen dafür den Zeitraum zwischen 2020 und 2030 ins Visier.

Ob der Salzstock in Gorleben sicher für den Müll in Gebrauch genommen werden kann, wird noch bezweifelt. Der Atomausstieg bis 2022 jedoch ist bereits seit Juni von der Bundesregierung beschlossen worden.

Umweltschützer meldeten sich allerdings zu Wort, dass die Vorgaben durch die EU nicht ganz eingehalten wurden. Denn anders als in Oettingers ursprünglichem Plan, ist der Export des Atommülls in andere Länder, nun nicht mehr ausdrücklich untersagt. Man kritisierte, dass so nicht etwas die sicherste, sondern die billigste Lösung gewählt und somit ausschließlich verlagert wurde.

Auch der Umweltpolitiker der SPD, Matthias Miersch forderte, dass man sich den Problemen vor Ort stellen solle, statt die Abfälle einfach verantwortungslos an Länder außerhalb der EU abzuschieben.

Oettinger allerdings verteidigte die Vorhaben und gab an, dass das Möglichste erreicht wurde. Außerdem sehe eine Klausel vor, dass nur in Länder mit bereits vorhandenen Endlagern exportiert werden dürfe. Doch die, wie bereits bekannt, existieren noch nicht.

Atomkraftwerke / James Marvin Phelps