Eine weitere Welle des Studentenprotests, deren Epizentrum der Londoner Trafalgar Square war, ist friedlich zueende gegangen. Bis zu 15.000 Studierende versammelten sich an diesem Tag, um gegen die Erhöhung der Studiengebühren, sowie die Streichung der Familienbeihilfe zu demonstrieren. Geschlossen zogen sie über einer Route, die laut Angaben der Polizei nicht von der Versammlungsfreiheit gedeckt war, in Richtung Trafalgar Square. Dieser war im Rahmen der Solidarität mit der Occupy-Bewegung von Demonstranten bereits im Vorfeld besetzt worden. Ähnlich wie an der Wall Street in New York, oder beim Londoner Stock Exchange schlugen die Aktivisten ihre Zelte mitten auf dem Platz auf.
Die Behörden waren nach offiziellen Angaben berechtigt bei Ausschreitungen Gummigeschosse einzusetzen, da es im letzen Jahr bei den Studentenprotesten zu gewaltsamen Auseinandersetzungen gekommen war. Die Behörden gaben auch widersprüchliche Angaben zu den Teilnehmerzahlen. Während die Organisatoren von mindestens 10 000 sprachen, zählte die Londoner Polizei angeblich nur 2000 Teilnehmer. Sicher ist , dass über 4000 Polizisten im Einsatz waren, was die Zahl an Demonstranten, schenkt man den Behörden glauben, sogar übertroffen hat.
Die Prosteste verliefen wider den Erwartungen aber friedlich. Es wurden 20 Personen festgenommen, da sie versuchten Zeltlager auf dem Square zu errichten und Flaschen auf Polizisten zu werfen.
Hintergund des Protests sind die drastischen Kürzungen des Hochschulbudgets, sowie die Streichung der “Education Maintenance Allowance ( die der deutschen Familienhilfe ähnelt). Desweiteren erhöhte die Regierung die Studiengebühren auf 9000 Pfund im Jahr. “Nicht rentablen” Kursen droht im Rahmen des geplanten “Higher Educatuion White Paper” die Streichung aus dem Lehrplan.
Die Studentin Saly Bonsall kommentiert: “Das ist wirklich eine Strafe für unsere Generation. Ich sehe keine rationale Erklärung dafür. Wir wissen nicht, ob meine kleine Schwester studieren kann, selbst wenn meine Eltern sparen.”




