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Die EU und der Atommüll

Written by Tim in Politik Aktuell
Die EU und der Atommüll

Wohin mit dem Atommüll? Für die Frage fordert die EU nun schneller eine Antwort. Bis 2015 sollen alle 14 EU-Länder, in denen Kraftwerke betrieben werden, mit konkreten Plänen für die Endlagerung des Atommülls aufwarten. Dafür wurde von den EU-Ministern nun eine Richtlinie beschlossen.

Wer die Pläne nicht rechtzeitig auf den Tisch legt, gegen den kann rechtlich vorgegangen werden. Sind entsprechende Endlager vorhanden, kann der Atommüll auch außerhalb der EU, wie zum Beispiel in Russland, entsorgt werden, was für harsche Kritik sorgt. SPD und Grüne sprachen dabei von Atommülltourismus.

Die Bundesregierung will nun bis Ende des Jahres ein Gesetz zur Endlagersuche vorlegen. Im Zusammenhang damit, können abgesehen von der Erkundung Gorlebens, auch andere geologischen Prüfungen vorgenommen werden. Mögliche Gebiete zur Endlagerung finden sich im Norden und Osten, wo viele Salzstöcke auftreten, aber auch Süddeutschland mit seinem Tonvorkommen käme in Frage.

Günther Oettinger, EU-Energiekommissar arbeitete den EU-Vorschlag aus und benennt Zeithorizont, Standortauswahl, Planung, Bau und Inbetriebnahme als wichtig. Die Kosten sollen dabei von den Verursachern getragen werden.

14 Staaten betreiben zusammen insgesamt 140 Kernkraftwerke, wobei jährlich 7000 Kubikmeter von hochradioaktivem Abfall an. Der wird meist in Zwischenlagern untergebracht, da es in der EU bisher noch keine Endlager gibt. Frankreich, Schweden und Finnland nehmen dafür den Zeitraum zwischen 2020 und 2030 ins Visier.

Ob der Salzstock in Gorleben sicher für den Müll in Gebrauch genommen werden kann, wird noch bezweifelt. Der Atomausstieg bis 2022 jedoch ist bereits seit Juni von der Bundesregierung beschlossen worden.

Umweltschützer meldeten sich allerdings zu Wort, dass die Vorgaben durch die EU nicht ganz eingehalten wurden. Denn anders als in Oettingers ursprünglichem Plan, ist der Export des Atommülls in andere Länder, nun nicht mehr ausdrücklich untersagt. Man kritisierte, dass so nicht etwas die sicherste, sondern die billigste Lösung gewählt und somit ausschließlich verlagert wurde.

Auch der Umweltpolitiker der SPD, Matthias Miersch forderte, dass man sich den Problemen vor Ort stellen solle, statt die Abfälle einfach verantwortungslos an Länder außerhalb der EU abzuschieben.

Oettinger allerdings verteidigte die Vorhaben und gab an, dass das Möglichste erreicht wurde. Außerdem sehe eine Klausel vor, dass nur in Länder mit bereits vorhandenen Endlagern exportiert werden dürfe. Doch die, wie bereits bekannt, existieren noch nicht.

Atomkraftwerke / James Marvin Phelps

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Indiens neuer Reichtum

Written by Ricardo in International
Indiens neuer Reichtum

Das aufstrebende Indien hat mit dem Fund eines riesigen Uranvorkommens in der Region Tummalapalle im Bundesstaat Andhra Pradesh einen weiteren Mosaikstein für sein Vorhaben eine der führenden Wirtschaftsmächte der Erde zu werden, hinzugewonnen. Der Sensationsfund belaufe sich aus 49.000 Tonnen des wertvollen Urans, das unentbehrlich für die Betreibung von Atomkraftwerken ist, so der Chef der indischen Atomenergie-Behörde Srikumar Banerjee. Andere Quellen sprechen sogar von 150.000 Tonnen und somit dem größten Uranvorkommen der Erde.

Bislang importierte Indien das Uran für sein ehrgeiziges Atomprogramm aus Frankreich und Kasachstan, der jüngste Fund wäre ein bedeutender Schritt in Richtung einer Energieautarkie des zweitbevölkerungsreichsten Lands der Erde. Dass Indien sich künftig ausschließlich selbst mit Energie versorgen könnte gilt jedoch als utopisch. Beim prognostiziertem Wirtschaftswachstum von 9 Prozent müsse die Stromproduktion jährlich um 10 Prozent steigen, erklärt Banerjee in der Tageszeitung “The Hindu“. Selbst nach dem Sensationsfund müsse man also immer noch Uran importieren.

Auch ohne die Ausbeutung des Urans von Tumamalapalle ruf das indische Atomprogramm Umweltschützer und Atomkritiker aus aller Welt auf den Plan. Vor allem das sich im Bau befindliche, künftig leistungsstärkste Atomkraftwerk der Welt in einer erdbebengefährdeten Region südlich von Mumbai sorgt für tiefe Sorgenfalten auf den Stirnen der AKW Gegner. Schon jetzt gehört Indien zu den sechs größten Atommächten der Welt und plant seinen Atomstrom Kapazitäten von derzeit 5.000 Megawatt bis 2020 auf 20.000 Megawatt auszubauen. Dabei wird das jetzt gefundene Uran natürlich eine Schlüsselrolle spielen.

Mahnendes Beispiel sollte den Indern der Niger sein. Das Land besitzt die höchsten Uranvorkommen der Erde, kann daraus aber kein Kapitalschlagen. Statt finanziellem Wohlstand und Stabilität beschert der Export des Urans nach Europa dem afrikanischen Land fast ausschließlich die radioaktive Verseuchung des Grundwassers.

Indien / betta design