Deutschland und seine Kinder. Seit Jahren steigt in Deutschland der Altersdurchschnitt, die Gesellschaft wird alt, auf immer mehr Rentner kommen immer weniger Kinder. In anderen Ländern Europas ist die Geburtenrate nicht so gering, doch woher kommt das, was macht Deutschland falsch?
Im Jahr 2010 konnte Deutschland ein Stückweit aufatmen, immerhin 678.00 Babys erblickten das Licht der Welt, 13.000 mehr als im vorherigen Jahr. Und Hamburg macht es sogar schon seit fast vier Jahrzehnten vor. In der Hansestadt werden schon seit Jahren mehr Menschen geboren als dass Menschen sterben. Auf ganz Deutschland gesehen ist das aber keine Entwarnung, und das Familienministerium bangt Jahr für Jahr um Deutschlands Nachwuchs. Auch das Elterngeld, die Vätermonate oder eine verbesserte Kindertagesbetreuung scheinen nicht genug Anreiz zu bieten.
Familienministerin Kristina Schröder plant deshalb weitere Veränderungen, die jungen Frauen die Entscheidung zur Mutterschaft erleichtern sollen. Ein wichtiger Faktor ist der Wiedereinstieg in den Beruf nach der Babypause. Helfen soll ein staatlicher Zuschuss zum Haushaltsgeld.
Ein Kind bedeutet häufig auch ein Umzug, das heißt man muss eine größere Wohnung suchen und einen Nachmieter finden. Eine weit wichtigere Frage ist aber die der zeitlichen Organisation. Kindergärten, Horte oder Kindertagesstätten haben in der Regeln nicht länger als bis sechs Uhr abends und nicht vor acht Uhr morgens auf, eine Verkäuferin, Ärztin oder Krankenschwester mit Früh – und Spätschichten bekommt hier schon ein unlösbares Problem, es sei denn Eltern und Verwandte erklären sich bereit, regelmässig in die Bresche zu springen und die Kleinen zu übernehmen.Auch herrscht in die Deutschland noch eine strenge moralische Vorstellung von einer sorgenden Mutter. Frauen, die schon kurz nach der Geburt wieder arbeiten gehen wollen, werden oft als Rabenmütter angesehen.

