Das aufstrebende Indien hat mit dem Fund eines riesigen Uranvorkommens in der Region Tummalapalle im Bundesstaat Andhra Pradesh einen weiteren Mosaikstein für sein Vorhaben eine der führenden Wirtschaftsmächte der Erde zu werden, hinzugewonnen. Der Sensationsfund belaufe sich aus 49.000 Tonnen des wertvollen Urans, das unentbehrlich für die Betreibung von Atomkraftwerken ist, so der Chef der indischen Atomenergie-Behörde Srikumar Banerjee. Andere Quellen sprechen sogar von 150.000 Tonnen und somit dem größten Uranvorkommen der Erde.
Bislang importierte Indien das Uran für sein ehrgeiziges Atomprogramm aus Frankreich und Kasachstan, der jüngste Fund wäre ein bedeutender Schritt in Richtung einer Energieautarkie des zweitbevölkerungsreichsten Lands der Erde. Dass Indien sich künftig ausschließlich selbst mit Energie versorgen könnte gilt jedoch als utopisch. Beim prognostiziertem Wirtschaftswachstum von 9 Prozent müsse die Stromproduktion jährlich um 10 Prozent steigen, erklärt Banerjee in der Tageszeitung “The Hindu“. Selbst nach dem Sensationsfund müsse man also immer noch Uran importieren.
Auch ohne die Ausbeutung des Urans von Tumamalapalle ruf das indische Atomprogramm Umweltschützer und Atomkritiker aus aller Welt auf den Plan. Vor allem das sich im Bau befindliche, künftig leistungsstärkste Atomkraftwerk der Welt in einer erdbebengefährdeten Region südlich von Mumbai sorgt für tiefe Sorgenfalten auf den Stirnen der AKW Gegner. Schon jetzt gehört Indien zu den sechs größten Atommächten der Welt und plant seinen Atomstrom Kapazitäten von derzeit 5.000 Megawatt bis 2020 auf 20.000 Megawatt auszubauen. Dabei wird das jetzt gefundene Uran natürlich eine Schlüsselrolle spielen.
Mahnendes Beispiel sollte den Indern der Niger sein. Das Land besitzt die höchsten Uranvorkommen der Erde, kann daraus aber kein Kapitalschlagen. Statt finanziellem Wohlstand und Stabilität beschert der Export des Urans nach Europa dem afrikanischen Land fast ausschließlich die radioaktive Verseuchung des Grundwassers.

Indien / betta design
