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Proteste in Weissrussland

Written by Tim in International, Proteste, Soziales

Weißrussland befindet sich zur Zeit in einer Krise. Die bürgerlichen Proteste gehen immer weiter, ein Ende ist bis jetzt noch nicht abzusehen. Zwar nimmt die Anzahl der Teilnehmer an Demonstrationen kontinuierlich ab, die aufgewiegelte Stimmung jedoch bleibt. Immer mehr Aktionen werden angekündigt, obwohl sich aus Angst vor dem Regime kaum noch Menschen daran beteiligen.

Viele Protestierende sind in de letzten Wochen per Schnellverfahren verurteilt worden. Bis zu 15 Tagen Haft wurde über sie verhangen, optional könnten Geldstrafen entrichtet werden. Am 21.07.2011 wurden erneut 30 Menschen von der Justiz in Beschlag genommen. Das Vorgehen der Sicherheitskräfte sei dabei äußerst brutal, was die Bevölkerung abschreckte. So wurden bei Festnahmen in der Hauptstadt mehrere Demonstranten von der Polizei niedergeprügelt.

Die Demos finden in Belarus jeden Mittwoch statt, wobei sie von Seite der Demonstranten ziemlich friedlich ablaufen: es wird geklatscht und gestampft, um den Unmut über die wirtchaftliche Krise zu bekunden. Die Veranstaltungen finden am zentralen Platz in Minsk statt und richten sich gegen die Politik von Präsident Alexander Lukaschenko.

Gleichzeitig läuft eine Internet-Revolution ab. Auf der Social-Network-Plattform „Vkontakte“ gründeten Protestierende eine Gruppe gegen das Regime. Online rufen sie zu friedlichen Aktionen wie „Spaziergang ohne Plakate und Fahnen im Stadtzentrum“ auf. Die Community „Revolution durch das soziale Netz“ umfasst inzwischen über 27000 Mitglieder, meist handelt es sich dabei um jugendliche Stadtbewohner und Studenten.

Eine weitere Aktion der Demonstrantenvereinigung „Europäisches Belarus“ war das Zünden eines Feuerwerkes vor einem Gefängnis in Minsk, in dem viele ihrer Gleichgesinnten inhaftiert sind. Diese Handlung soll den Inhaftierten Mut zusprechen, sie soll sagen: „Wir sind stolz auf euch.“

Selbst in Litauen gibt es Proteste gegen das Regime in Weißrussland. Das Nachbarland gilt als Zufluchtsort für viele belarussische Oppositionelle.